Eine U-Bahn für Lokstedt – die U5

Hamburg erhält eine neue U-Bahnlinie. Die U5 wird von den Stadtteilen Bramfeld und Steilshoop durch die Innenstadt über Hoheluft und Lokstedt bis nach Lurup und zum Osdorfer Born reichen. Während der Verlauf des östlichen Teilstücks der U5 weitgehend feststeht, liegen für den Lokstedter Bereich lediglich erste konzeptionelle Überlegungen vor.

Bis in dem Stadtteil Baumaßnahmen erfolgen wird noch einige Zeit vergehen. „Trotzdem ist es ist wichtig, die Bürger bereits in diese frühe Phase der Planungen einzubeziehen“, so Rüdiger Kruse. „Dass der Senat Informationsveranstaltungen erst im kommenden Jahr vorsieht, ist nicht ausreichend. Deshalb haben Carsten Ovens, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen, und ich uns entschieden, bereits jetzt ein Info- und Diskussionsveranstaltung für die Bewohner Lokstedts zu organisieren.“

Ein Blick ins Publikum im New Living Home
Ein Blick ins Publikum im New Living Home

So lud Rüdiger Kruse gemeinsam mit dem Bürgerschaftsabgeordneten Ovens alle interessierten Bürger am 01. Februar 2016 zu einer Veranstaltung in das NewLivingHome in Lokstedt ein. Als Referenten konnten die beiden Herrn Gerhard Schenk begrüßen, der bei der Hamburger Hochbahn AG den Bereich Unternehmenssteuerung und Systementwicklung leitet.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Rüdiger Kruse skizzierte Gerhard Schenk in einer Präsentation die Planungen für die Strecke der U5. Als relativ sicher gilt, dass die Trasse von der Innenstadt über die Universität verlaufen wird und sich im weiteren Verlauf an der Linienführung der Metrobuslinie 5 orientieren wird.

Fraglich ist zur Zeit, ob die U5 bereits an der Hoheluftbrücke nach Westen abbiegt oder ob diese Abzweigung erst am Siemersplatz erfolgt. Auch wenn die erste Variante gewählt würde, werde der Siemersplatz in Lokstedt einen U-Bahn-Anschluss erhalten – so konnte es Gerhard Schenk an dem Abend verkünden.

Die anschließende Diskussion mit den mehr als 50 Zuhörern zeigte den Gesprächsbedarf, der bereits in der Frühphase des Projekts bei den Bürgern besteht. Dabei ging es um Fragen des Trassenverlaufs, der Bauart und den damit wahrscheinlich einhergehenden Beeinträchtigungen durch den Lärm während der Bauphase. Als Fertigstellungsdatum der U5 nannte Gerhard Schenk die Mitte der 2030er Jahre. Dies rief sogleich Kritik von Carsten Ovens, der dem Senat vorwarf, die Bauzeit verkürzen zu können, indem man mit dem Bau der U-Bahn-Röhren von beiden Ende aus beginne. Dies sei jedoch abgelehnt worden.

Als Resümee hielt Rüdiger Kruse fest: „Der Bau der U5 ist richtig und gut. Allerdings setzt sich der SPD-Senat mit dem späten Fertigstellungsdatum kein ambitioniertes Ziel. Die Metrobuslinie 5 benötigt dringend eine Entlastung durch eine U-Bahn, insbesondere, da der Einzugsbereich mit weiteren Wohnungen nachverdichtet werden soll. Wichtig ist zudem, dass Lokstedt angebunden wird. Nun muss es Ziel sein, die Arenen in Stellingen an das U-Bahn-Netz anzuschließen und die dort bestehende ÖPNV-Lücke zu schließen. Die SPD vergibt eine Chance, von beiden Enden der U5 mit dem Bau zu beginnen. Dies würde die Bauzeit verkürzen, die Baubeeinträchtigungen reduzieren und endlich die notwendigen Kapazitäten des ÖPNV auf dieser Strecke erhöhen.“