»Christliche Werte in der Politik« – Ein Diskussionsabend

„Christliche Werte in der Politik“ – so lautete die Überschrift des Diskussionsabends in der Apostelkirche im Herzen Eimsbüttels. Rüdiger Kruse diskutierte zusammen mit dem emeritierten Hamburger Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke, Sybille Möller-Fiedler, der Vorsitzenden des Evangelischen Arbeitskreises der CDU Hamburg und rund 80 interessierten Bürgern die Bedeutung von christlichen Werten für die Politik.

Philipp Heißner, Vorsitzender des Ortsverbandes der CDU Eimsbüttel und Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft, führte als Moderator durch den Abend.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurde der Stellenwert von christlichen Werten für das gesellschaftliche Miteinander deutlich: Nächstenliebe, Fürsorge und Hoffnung sind heute selbstverständliche und allgemeingültige Werte, die ihre Wurzel in christlichen Wertevorstellungen haben und das Zusammenleben innerhalb unserer Gesellschaft prägen. Die Wertschätzung für den Menschen und seine Familie sind Teil dieser Vorstellungen, die aber auch die soziale Verantwortung des Einzelnen für seine Mitmenschen betonen. Zusammengenommen bilden christliche Werte nach dem ehemaligen Bischof Jaschke eine „gemeinsame Grundlage“ für Staat und Politik, die die Einzigartigkeit der Menschenwürde schützt und achtet.

Neben aktuellen politischen Themenfeldern, wie Flüchtlings-, Familien- und Umweltpolitik, wurden finanzpolitische und gesellschaftspolitische Fragen besprochen.  Rüdiger Kruse gab einen Einblick in seine Arbeit als Politiker und zeigte auf, welche Rolle christliche Werte in der Entscheidungsfindung und im Abstimmungsverhalten im politischen Alltag einnehmen. „Besonders bei Entscheidungen, wie bei Abstimmungen zur Sterbehilfe oder zur Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik ist ausschließlich das eigene Gewissen gefragt“. Aber auch in anderen Entscheidungssituationen, wie beispielsweise der Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke, sei jederzeit ein Abstimmungsverhalten nach dem Gewissen möglich. Sybille Müller-Fiedler betonte in diesem Zusammenhang die Funktion christlicher Werte als „inneren Kompass“ des handelnden Politikers. Christliche Werte können demnach als Rahmen begriffen werden, aber nicht als Selbstzweck und Ziel von Politik. In diesem Zusammenhang sprach auch Bischof Dr. Hans-Jochen Jaschke von einer notwendigen Trennung von Kirche und Staat, nicht aber ohne die Bedeutung für die Gesellschaft hervorzuheben, wie sie jüngst in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit der Kirchen zu sehen war.

Die ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema und die abschließende rege Diskussion mit dem Publikum ließ die Veranstaltung für alle Teilnehmenden zu einem interessanten und kurzweiligen Abend werden.

(Titelbild: Karl Fredrickson)